Audio-CDs

Eisenbahnkonzert:

Museumsbahn-Dampf anno 1987: Berufung Lokführer (Kahlgrundbahn)



Als in den Siebziger- und Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts noch die heutzutage faszinierend-nostalgische Tonband-Kassette die Unterhaltungselektronik regierte, erschienen beim Joachim Seyferth Verlag mit großem Erfolg zwölf verschiedene Dampflok-Tonkassetten sowie eine Doppelkassette mit der Akustik von Diesellokomotiven und -triebwagen. Heute sind diese Kassetten zusammen mit ihren Begleitheften begehrte und längst vergriffene Sammlerstücke, die so manch alten Kassettenlaufwerk noch die letzte Daseinsberechtigung gewähren.

Jetzt erscheinen diese sowie andere, bisher unveröffentlichte Tonaufnahmen sukzessive auf CD: digital optimiert, ohne Bandrauschen und in höchster Klangqualität. Zwei CDs sind bereits erschienen (
Lieferbare Audio-CDs), weitere folgen in Kürze (Audio-CDs in Planung). Doch bevor wir weitere werbene Worte verlieren, lassen wir nachfolgend lieber die Rezensenten aus der Eisenbahn-Presselandschaft zu Wort kommen, die Ihnen Inhalt und Qualität der digitalen Tondokumente viel besser und objektiver beschreiben können.



Rezensionen:

"Eigentlich wollte ich diese CD so nebenbei hören - beim Einsortieren veröffentlichter Fotos und Abheften der spärlichen Papier-Korrespondenz. Beim 3. Titel, der knallenden Bergfahrt von 052 339 mit N 5819 auf der Schiefen Ebene am 21.6.1974, habe ich mich in den Sessel vor der Stereo-Anlage gesetzt und bin dort geblieben - bis zur Schluss-Szene 30, in der eine 220 mit dem Nachtschnellzug D 597 Hamburg-Altona - Stuttgart bergan röhrt - so geschehen und aufgenommen bei Reichenberg am 21.7.1974 um 5.25 Uhr.

Dabei sind es beileibe und zum Glück nicht nur Vorbeifahrten, die Joachim Seyferth hier in brillanter, digital optimierter Klangqualität versammelt hat: Es sind dreißig Miniatur-Hörspiele aus einer Bundesbahn-Zeit, die hupende Gepäckkarren, bimmelnde Schranken und ächzende Stellhebel ebenso akustisch prägten wie knallende Schaltschütze, quäkende Schienenbusse und nuckelnde Speisepumpen. Und nicht zuletzt menschliche Stimmen - Stimmen, die einen Haltepunkt ansagen, Zugmeldungen abgeben oder einem Hund "Bubi, halt die Klappe!" zurufen, als dieser die Begegnung einer 216 vor dem Nahverkehrszug N 7406 Emden - Leer mit dem 043-bespannten Ganzzug 57515 am BÜ "Leer 5" aufgeregt bekläfft.

Ach ja: Mein Hund saß die ganze Zeit neben dem Sessel und hat den Kopf mal nach links und mal nach rechts geneigt. Er ist, wie man sich denken kann, nicht eben unerfahren in der akustischen Rezeption von Eisenbahnen. Wie sein Herr kann er mit dem elektronischen Gehechel zwangsversoundeter Modelle nicht viel anfangen. Von den "Tondokumenten der Deutschen Bundesbahn" indes wünschen sich Herr und Hund eine Fortsetzung."

(Michael Meinhold in "MIBA", Ausgabe 9/2008)




DB AG-Dampf anno 2009: Brücke zwischen alt und neu (Mainz-Bischofsheim)



"Kaum dreißig Jahre sind diese Eisenbahn-Tonaufnahmen alt, aufgenommen zwischen 1974 und 1982, und doch glaubt man, eine völlig andere Zeit zu erleben.

Was Fotos aus jener Epoche kaum einzufangen vermögen, gelingt diesen technisch perfekt aufbereiteten, klangreinen Stereoaufnahmen: Man schließt die Augen und glaubt sich mittendrin - auf dem Bahnsteig oder an einem einsamen beschrankten Bahnübergang, auf dem Stellwerk oder am Fahrkartenschalter, der damals noch nicht ServicePoint hieß. Man erlebt V 100 und V 200, den ETA 150, den Uerdinger Schienenbus, die E 41 und natürlich allerhand Dampf - ein Hörgenuss!"

("rs" in "Eisenbahn-Magazin", Ausgabe 12/2008)




Bundesbahn-Dampf anno 1974: Dampflokomotive(n) auf Talfahrt (bei Scharzfeld)



"Für Eisenbahnfreunde gibt es inzwischen eine unüberschaubare Fülle an gedruckter Spezialliteratur zu kaufen. In Wort und Bild ist fast alles erfasst, zusammengetragen, aufgearbeitet, in Worte gegossen, zu Papier und auf den Markt gebracht worden, was Eisenbahnbegeisterte der unterschiedlichsten Ausprägungen ansprechen kann. Seit einigen Jahren gibt es darüber hinaus ein wachsendes Angebot an Filmen, die teilweise über das rein Verbale und Optische hinausgehen. Selten sind dagegen Veröffentlichungen, die sich der Eisenbahn ausschließlich von ihrer akustischen Seite nähern. Die vorliegende CD von Joachim Seyferth ist in diesem Sinne ein einzigartiges historisches Dokument: Sie »führt vor Ohren«, wie gravierend sich die Eisenbahn im Laufe der letzten Jahrzehnte auch akustisch verändert hat.

Die CD enthält 28 überwiegend in den siebziger Jahren aufgenommene Stereo-Hörszenen, die mit zeitgemäßer Technik digital optimiert wurden (hinzu kommen zwei Radio-Mitschnitte zu verkehrspolitischen Themen). Vielfach, aber keineswegs ausschließlich, handelt es sich dabei um Aufnahmen, die an freier Strecke oder auf Bahnhöfen von vorbei- und anfahrenden Zügen gemacht wurden. Die Dampflok spielt hierbei eine größere (und akustisch natürlich besonders überzeugende) Rolle, aber auch andere »Klassiker« der Bundesbahnzeit sind hier in ihrer klanglichen Einzigartigkeit festgehalten worden: Diesellokomotiven wie die 211, 216 oder 220, Diesel- und Akkutriebwagen, Schienenbusse und Ellok-Baureihen wie die 141 oder die 194 – sogar eine Draisine (Klv-12) kann man erleben. Zur Geräuschkulisse der Eisenbahn und Bahnhöfe gehören jedoch in allen Szenen auch die Menschen (Eisenbahner und Reisende) und Nebengeräusche wie klappende Türen, rumpelnde Drehscheiben, mechanische Stellwerke, Schrankenglocken und Signale. Lautsprecheransagen kamen noch nicht vom Band, und das Diensttelefon hatte noch eine richtige Klingel. Es sind diese akustischen »Duftmarken«, die den Hörszenen Atmosphäre verleihen und das Vergangene für den geneigten Zuhörer lebendig werden lassen: Das alles kennt man doch noch!

Eine spezielle Publikation wie diese wird nicht jeden Eisenbahnfreund ansprechen. Die CD dürfte denjenigen gefallen, die ihre Umwelt und damit auch die Eisenbahn »ganzheitlich« mit allen Sinnen erleben. Vorteilhaft für ein positives Hörerlebnis ist darüber hinaus ein gewisses Maß an Fantasie und/oder Erinnerungsvermögen. Wer diese Voraussetzungen mitbringt, wird eine eisenbahnhistorische »Sound-Konserve« wie die CD von Joachim Seyferth gern sein Eigen nennen."

(Egbert von Steuber in der Netz-Ausgabe von "Lokrundschau", Heft 242)




Schmalspur-Dampf anno 1977: Romantik in den letzten Zügen (Steyrtalbahn)



"Mit der CD »Tondokumente der Deutschen Bundesbahn« beginnt Joachim Seyferth eine Neuedition von Stereoaufnahmen aus seinem umfangreichen, in den siebziger und achtziger Jahren entstandenen Tonarchiv. Gegenüber den seinerzeit – hauptsächlich in der Reihe »Das Lied der Dampflok« – herausgebrachten Tonkassetten ist die Klangqualität nun aber digital optimiert worden.

Bei den dreißig auf der CD enthaltenen Hörszenen handelt es sich zumeist tatsächlich um »Szenen«, die eine Handlung darstellen, etwa die Anfahrt eines Zuges im Bahnhof, die Vorbeifahrt am Bahnübergang, die Bedienung eines Stellwerks oder der Fahrkartenverkauf am Schalter. Zu hören sind nicht nur Lokomotiven und Triebwagen aller Traktionsarten – auch Schienenbus und Akkutriebwagen, ja sogar eine Draisine sind vertreten –, sondern ebenso die verschiedensten Hintergrundgeräusche: Gebimmel und Hupen am Bahnübergang, Lautsprecheransagen, Hemmschuhe im Rangierbahnhof, Stellwerksmechanik, nicht zuletzt Tiere entlang des Bahndamms.

Zwei mitgeschnittene Radiobeiträge (einer davon mit Bundesverkehrsminister Gscheidle) illustrieren die verkehrspolitische Situation jener Zeit. Die Länge der einzelnen Szenen schwankt zwischen wenigen Sekunden und knapp zehn Minuten. Die Szenen sind in der Regel ungekürzt wiedergegeben. So wird das Verstreichen der Zeit am Bahnübergang zwischen dem Schließen der Schranken und dem Herannahen des Zuges erlebbar, und auch das Klappern einer langen Wagenschlange nach Vorbeifahrt der Lok wird dem Hörer nicht vorenthalten. Dampflok-Fetischisten mögen einwenden, daß die Kapazität der CD so nicht effektiv genutzt worden sei, aber all denjenigen, die die Eisenbahn ganzheitlich wahrnehmen, ermöglicht erst dies die vollen Sinneseindrücke.

Gerade die längsten Szenen gehören zu den besten: »Im Kopfbahnhof« gibt die typische Geräuschkulisse eines Großstadtbahnhofs während der Ein- und Ausfahrt zweier Schnellzüge wieder, und »4000 Tonnen« zeichnet die Anfahrt eines mit Dampfloks der Baureihe 043 in Doppeltraktion bespannten Erzzugs aus dem Rangierbahnhof Emden nach. Am meisten hat den Rezensenten aber »Schublok und Uhu« fasziniert: Zwei Güterzüge begegnen sich nachts um halb zwei am Schwartzkopf-Tunnel im Spessart, der bergwärts fahrende Zug verabschiedet sich mit dem damals noch obligatorischen Pfiff in den Tunnel, während dessen Schublok, ein »Krokodil«, vor dem Mikrofon zum Stehen kommt und nach kurzer Pause dem Gegenzug zurück ins Tal folgt. Gerade im rechten Moment, als der Lärm des Zuges im Tunnel verklungen ist, ertönt der Schrei eines Uhus.

Da die »Musik« vielfältige Alltagsgeräusche aufnimmt und – abgesehen vom Stampfen der Dampfloks – keinem Rhythmus gehorcht, sollte man sie nur in einem ruhigen, gut isolierten Raum genießen – andernfalls überlagern sich Geräusche von draußen mit denen auf der CD und lassen einen ins Grübeln kommen, was nun woher rührt. Auch ist eine gewisse Lautstärke nötig, an der sich Nachbarn stören könnten, wenn man etwa das langsame, aber stetige Anschwellen des Auspuffschlags der Dampflok auf der Schiefen Ebene von Anfang an wahrnehmen möchte. Beigelegt ist ein ansprechendes Booklet mit einer kurzen Beschreibung der einzelnen Hörszenen: Datum und Uhrzeit, Lok- und Zugnummern sowie eine knappe Kommentierung des Hintergrunds. Damit erübrigen sich gesprochene Kommentare auf der CD, die wertvolle Kapazität gekostet und den Hörgenuß empfindlich gestört hätten.

Dank der Dramaturgie, die sowohl in den einzelnen Hörszenen als auch in der Gesamtkomposition zum Ausdruck kommt, klingt der Titel »Tondokumente« fast zu bescheiden; man kann die CD durchaus als ein kunstvoll gestaltetes Hörspiel betrachten, das die Bundesbahnzeit akustisch verewigt. Auf die bereits angekündigte Folge-CD, die ausschließlich Dampflok-Szenen in Überlänge beinhalten soll, darf man gespannt sein."

(Georg Beck in "Dumjahn's Bahn-Rezensionen online" (www.dumjahn.de)




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